Mit Stoa endlich glücklich leben:
Die stoische Philosophie

Ein Gastbeitrag von Unternehmer Gero Gode über die stoische Philosophie

Immer wieder sorgte ich mich darum, warum ich nicht glücklich wurde. Ich verdiente mehr Geld, verspürte Anerkennung und war doch nach diesen Glücksmomenten immer wieder am Boden zerstört.

Von außen betrachtet war jeder meiner Tage eine Freude und alles perfekt, doch in meinen Momenten mit mir brach das Gefühl des Unglücks über mich hinein. Ich stellte fest: Es sind die Erfolge und das Feiern dieser, die mich erst glücklich machten doch durch ihre Überschwänglichkeit ein großes Loch hinter sich zurück ließen.

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Darum muss der nächste Erfolg noch größer werden und dessen Feier noch beeindruckender. Doch wenn externe Kräfte diesen Weg durchkreuzen, dann ist das Unglück nicht selten groß. Darum beschreiben einige Gründer (wie ich früher auch) das Gründerleben so, wie eines manisch depressiven.

Entdeckung der Stoa

Durch Zufall hörte ich in einem Hörbuch eines Unternehmers, der sehr glücklich zu sein schien, den Hinweis auf den stoischen Lebensstil bzw. auf die Stoa. Es handelt sich dabei um eine Lebensphilosophie aus der Antike, geprägt durch den einzigen gutherzigen römischen Kaiser Marc Aurel (Marcus Aurelius), Seneca und Epiktet.

Sie entwickelten eine aneinander gereihte Logik der menschlichen Ethik und Selbstbetrachtung, der ich mich seit einigen Monaten hingebe und ihr nacheifere. Genau wie die Stoa versuchte ich auch andere Philosophien, doch alle ließen Lücken hinter sich, in die man stürzen konnte. Die Stoiker entwickelten ein Bild ohne für mich erkennbare Lücken.

Es ist nicht leicht die Philosophie anzunehmen, doch es lohnt sich für das eigene Glück:

Inhalte der stoischen Philosophie

Die Stoiker verfolgten folgenden Ansatz: Ein Mensch hat Glück immer bei der Erfüllung seiner Ziele und Leid immer beim Gegenteil: Also bei Misserfolg und Verlust. Darum ist der erste Schritt der Philosophie, die Chance auf Verluste zu vermeiden, indem alles Gegenständliche als gleichgültig angenommen wird.

Einem Menschen, der nichts besitzt, kann nichts genommen werden. Der, der etwas Besitzt, könnte durch das Nehmen Leid empfinden. Selbst den eigenen Körper beziehen die Stoiker ein: Auch er kann gesamt und zum Teil genommen werden. Doch auch ein Blinder soll nicht unglücklich sein, denn sein Körper ist ein gleichgültiger Gegenstand.

Damit meinen sie allerdings nicht, dass ein gesunder Körper oder Reichtum nicht angestrebt werden sollten, sondern lediglich, dass man diese Bereiche nicht vollkommen kontrollieren kann und durch externe Kräfte genommen werden können. Dies können wir dann nicht ändern und es muss uns gleichgültig sein.

Die einzigen kontrollierbaren Kräfte sind unser Geist und Verstand. Mit unserem Wissen allein können wir handeln und die Gesellschaft und Natur besser machen. Wir arbeiten im Sinne einer funktionierenden Welt darum, um anderen dabei zu helfen auch der Gesellschaft oder Natur etwas Gutes zu tun. Darum schreibe ich auch diesen Artikel für Sie – in der Hoffnung, dass Sie auch ein noch besseres Leben erreichen.

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Keine Ziele setzen?

Normalerweise kennt man von Erfolgstrainern die Regeln, dass man sich möglichst hohe Ziele setzen soll, um die Motivation zu erhöhen. In den häufigsten Fällen erhöhen sie damit aber das Frustpotenzial beim Scheitern und damit auch ihre Anzahl an wiederkehrenden Kunden, die kurz nach dem letzten Motivationstermin so unglaublich gut starteten und eine Auffrischung brauchen, weil sie jetzt so extrem demotiviert sind.

Dieser Ansatz ist daher nicht der richtige. Viel Sinnvoller scheint es aber auch nicht zu sein, sich keine Ziele zu setzen. Was ist der richtige Weg? Stoiker haben nichts gegen große Vorstellungen, was in der Zukunft erreicht werden kann, doch sie zweifeln das Träumen und felsenfeste Streben nach Reichtümern, Lüsten und Genüssen an. Denn wer strebt wird enttäuscht.

Stellen Sie sich also gerne vor, was für Reichtümer für Sie existieren könnten, doch seien Sie nie Traurig, wenn Sie es nicht erreichen. Noch wichtiger ist zu akzeptieren, wenn Ihnen etwas verloren geht. Die Natur nimmt sich, was sie Ihnen gegeben hat. Kein Grund zur Trauer, Ihre Wissen und Intelligenz bleiben bei Ihnen.

Leben im Maß

Wenn Wissen und Intelligenz das wichtigste sind, was wir haben, dann stellt sich die Frage, ob Spaß, Freizeit, Menschenmassen usw. komplett in die Lehrstube einzutauschen sind? Seneca macht zu diesem Punkt ziemlich klar deutlich, dass jeder Geist eine Abwechslung braucht und all diese Punkte – selbst der Wein – zu einem ausgeglichenen Leben führen, wenn die Abwechslung gegeben ist.

Er erklärt sogar, dass es sinnvoll wäre ab und zu einmal tief in den Wein hineinzufallen, aber nicht darin zu ertrinken. Entwickeln Sie also Ihr Wissen und ergänzen Sie Ihr Leben und spannende, kurze Momente der Abwechslung. Das wirkliche Glück ist jedoch weiterhin ihr wachsender, eigener Geist.

Ist das stoische Leben möglich?

Ich habe mich seit dem ersten Kontakt mit den Stoikern gefragt, ob ein Leben im Einklang mit der stoischen Philosophie in unserer Zeit – 2000 Jahre nach der Erfindung – überhaupt möglich sei. Da Besitz an sich nicht ausgeschlossen ist, geht es, so zu leben. Nur haste nicht nach Anerkennung oder Applaus eines anderen Menschen. Sei Dir selbst Deiner stärken bewusst und verzichte auf Prahlerei und Angeberei. Kein Vergleich ist nötig, wenn es um die Entwicklung des eigenen Geistes geht.

Übrigens hält man in der Stoa Aufenthalte im Gefängnis, in der Folter oder sogar den Tod nicht für schlimm. Es kann uns nicht das Denken genommen werden. Wenn eine Situation 100% Aussichtslos ist, um das eigene Gehirn noch zu nutzten, soll der Freitod uns helfen, der Situation zu entkommen.

Am Ende werden wir alle sterben und jeder Körper wird zu seinen Ur-Elementen der Natur.

Anwendung

Lebe ich 100% nach stoischem Denken? Dieses Ziel werde ich wohl nie erreichen, doch ich trainiere hart, um ihm näher zu kommen. Ich spreche jeden Morgen zu mir und überlege, welche Tätigkeiten am Tag ich mit welcher Einstellung angehen möchte. Am Abend prüfe ich mich selbst, ob ich alle Punkte ausreichend eingehalten habe. Außerdem wiederhole ich mir stets die Grundregel: Gegenständliches ist mir gleichgültig; nur mein Geist und Verstand zählen; dessen Weiterentwicklung macht mich glücklich.

Die Philosophie der Stoa ist also nie perfekt gelebt und kann immer weiter interpretiert werden. Mein Tipp: Lesen Sie viele Bücher der größten Stoa-Philosophen.

Bilder
"Marble Head, Stoa of Attalos, Athens, Greece" von Dimitry B. via flickr: https://www.flickr.com/photos/telemax/3966251897/

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